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Technikwissen - Antrieb





Die Automatik - ein hochwertiges Stück Feinmechanik erledigt den komfortablen Gangwechsel
Keine Frage, ein Automatikgetriebe ist eine feine Sache. Kupplungsfuß und Schaltarm haben Pause – die Technik kümmert sich um den komfortablen Gangwechsel. Damit das reibungslos und dauerhaft funktioniert, steckt das unscheinbare Leichtmetallgehäuse der Automatik bis zum Rand voller hochpräziser Feinmechanik.
Kernstück ist das Planetengetriebe – ein großes Zahnrad mit Innenverzahnung (Hohlrad), das mit einem zentrisch angeordneten (Sonnenrad) und darum kreisenden drei bis fünf Zahnrädern (Planetenräder) ineinander greift. Der Trick: Je nachdem, welches dieser fünf Zahnräder gerade angetrieben oder abgebremst wird, lassen sich mit einem Planetensatz bis zu drei Gänge realisieren. Was bedeutet, dass eine Vierstufen Automatik mindestens zwei Planetensätze benötigt. Weil es dabei Überschneidungen in den Übersetzungen gibt, werden für fünf Gänge aber schon drei Planetensätze benötigt, für sechs Gänge gar vier. Geschaltet werden die Planetengetriebe mit Lamellenkupplungen und -bremsen. Diese bestehen aus Stapeln von Lamellen, die wechselweise Innen- und Außenverzahnung besitzen und im Ölbad des Getriebes laufen Die eine Sorte Lamellen meistens die mit der Innenverzahnung – ist mit Reibbelägen beschichtet. Werden die Lamellenpakete zusammengedrückt, können sie Kräfte übertragen. Dies geschieht über ein Hydrauliksystem, dessen Druck von einer Ölpumpe erzeugt wird. Die sitzt ganz vorn am Getriebe, wird vom Pumpenrad des Drehmomentwandlers mit angetrieben – läuft also ständig mit Motordrehzahl.
Das eigentliche Gehirn der Automatik aber ist der Schaltschieberkasten. In dessen Kanalsystem – das tatsächlich an Gehirnwindungen erinnert – ist festgelegt, wie Lamellenkupplungen und -bremsen betätigt und somit die Gänge geschaltet werden. Dies funktioniert bei der Automatik unter Last, also ohne Zugkraftunterbrechung durch Auskuppeln. Denn die gut geölten Lamellenkupplungen können kurzzeitig auch unter Schlupf arbeiten. Der Übergang von der offenen zur geschlossenen Kupplung vollzieht sich fließend, während die andere im selben Moment öffnet. Früher arbeitete die Steuerung rein hydraulisch, seit etwa 20 Jahren spielen auch elektronisch gesteuerte Ventile und Regler mit. So ist eine präzisere Abstimmung auf Fahrertemperamente einerseits und niedrigen Verbrauch andererseits machbar. Trotzdem liegt der Wirkungsgrad einer Automatik niedriger als beim Schaltgetriebe. Was moderne Automatiken aber zum Teil durch geschickte Schaltstrategie ausgleichen: Sie fahren auch in der Stadt im höchsten Gang, lassen den Motor in niedrigen Drehzahlen ziehen und nutzen die Kraftverstärkung des Drehmomentwandlers. 

automatikgetriebe


 

Das Differenzial - Scharfe Kurven verlangen nach einem Trick, damit es im Antrieb nicht klemmt
In den ganz frühen Kindertagen des Automobils wurde bei einigen Fahrzeugen nur ein Rad angetrieben. Ob nun links oder rechts, spielte dabei keine Rolle – diese Maßnahme sparte ein schweres, teures und kompliziertes Bauteil ein: das Differenzial.
Denn solange die Straße geradeaus führt, ist es kein Problem, beide Räder anzutreiben. Die Schwierigkeiten beginnen in der Kurve. Dann muss das äußere Rad einen längeren Weg zurücklegen als das innere, sich folglich auch häufiger drehen. Mal angenommen, ein Fahrzeug hat eine Spurweite von 1,50 Metern und fährt einen Vollkreis, so rollt das äußere Rad rund 9,50 Meter weiter als das innere, macht etwa fünf Umdrehungen mehr (Abrollumfang knapp zwei Meter). Diesen Drehzahlausgleich besorgt das Ausgleichsgetriebe, kurz Differenzial genannt.
Es verteilt die Antriebskraft gleichmäßig auf beide Antriebsräder. Das ist allerdings nicht seine einzige Aufgabe. Außerdem sorgt es noch für eine Untersetzung der Drehzahl. Denn die Kardanwelle rotiert relativ flott, treibt so das kleine Antriebsritzel im Differenzial an. Dieses setzt das große Tellerrad in Bewegung, das über drei- bis viermal so viele Zähne verfügt – entsprechend fällt die Untersetzung aus. Das Tellerrad ist mit dem Differenzialkorb verschraubt, darin befindet sich das eigentliche Ausgleichsgetriebe. Es besteht in seiner einfachsten Ausführung aus vier kegelförmigen Zahnrädern, die wie die Seiten eines Rechtecks ineinandergreifen. Zwei einander gegenüberliegende, Antriebskegelräder sind über die Achswellen mit den Rädern verbunden; die beiden Ausgleichskegelräder sind drehbar im Korb gelagert. Sie übertragen die Kraft vom Korb auf die Antriebskegelräder. Aber bei Geradeausfahrt drehen sie sich selbst nicht, sondern dienen nur als Mitnehmer. Erst in der Kurve beginnen sie, sich auch um ihre Radachse zu drehen. Konstante Fahrgeschwindigkeit vorausgesetzt, bleibt die Drehzahl des Differenzialkorbs gleich, aber die Antriebskegelräder und damit die Räder des Fahrzeugs können nun mit unterschiedlicher Drehzahl rotieren. In der Praxis kann das durchaus zu Problemen führen. Wenn beim Anfahren der Untergrund rutschig ist, kann ein Rad mit der doppelten Drehzahl durchdrehen, während das andere auf der Stelle steht. Ein Effekt, der bei kräftigen Fahrzeugen auch bei griffiger Straße auftreten kann. Weshalb sportliche Autos bis vor einigen Jahren oft ein Sperrdifferenzial besaßen, das je nach Sperrwirkung immer ein Mindestmaß an Kraft zum sicher greifenden Rad leiteten. Heute ist das Sache der Elektronik, durchdrehende Räder werden einfach durch Betätigen der entsprechenden Bremse festgehalten, das Differenzial leitet dann die Kraft an das andere Rad mit der besseren Bodenhaftung um. Übrigens benötigen Fahrzeuge mit permanentem Allradantrieb zusätzlich ein Differenzial zwischen Vorderund Hinterachse – auch diese legen in der Kurve unterschiedliche Wege zurück, der Unterschied muss ebenfalls ausgeglichen werden. 

 

Der Drehmomentwandler - der Name täuscht, denn im Grunde ist er ein Drehmomentverstärker und sorgt für den nötigen Schwung 
Das Auffälligste bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe: Sie haben kein Kupplungspedal. Logisch, schließlich besitzen sie auch keine mechanisch betätigte Reibungskupplung wie Modelle mit Handschaltung, sondern eine hydraulische. Einfaches Gasgeben genügt, und mit steigender Drehzahl fährt das Auto los.
Die Technik hinter dieser einfachen Beschreibung ist allerdings so kompliziert wie ihr Name: hydrodynamischer Drehmomentwandler. Der sitzt anstelle der Kupplung (und meist auch des Schwungrades) zwischen Motor und Automatikgetriebe und sieht aus wie eine Käseglocke aus Metall. Im Inneren befinden sich Öl und drei Schaufelräder: das vom Motor angetriebene Pumpenrad, das mit dem Getriebe verbundene Turbinenrad und dazwischen das im Durchmesser kleinere Leitrad.Bei laufendem Motor, aber stehendem Fahrzeug, dreht sich nur das Pumpenrad. Das Öl zwischen seinen Schaufeln wird mitgenommen und strömt durch die Fliehkraft während der Drehbewegung zum Außendurchmesser. Dort, getrennt nur durch einen haarfeinen Spalt, schließt das Turbinenrad an. Die Bewegungsenergie des anströmenden Öls versetzt es in Drehung, sobald der Fahrer die Bremse löst. Allerdings erreicht es nie die Drehzahl des Pumpenrades. Das bedeutet für das Öl, dass es entgegen der nach außen Gerichteten Fliehkraft zum Innenrand des Turbinenrades steigen kann. Dort trifft es auf das fest stehende Leitrad, dessen Schaufeln das Öl so umlenken, dass es im optimalen Winkel wieder ins Pumpenrad eintritt. Dieser Trick ermöglicht es, das Drehmoment des Motors – die Zugkraft – um das Zweieinhalbfache zu steigern. Oder anders ausgedrückt: zu wandeln. Daher der Name Wandler. Allerdings nur beim Anfahren, wenn das Turbinenrad noch steht. Mit zunehmender Drehzahl des Turbinenrades nimmt der Verstärkungseffekt ab. Wenn Pumpen- und Turbinenrad annähernd gleiche Drehzahl erreicht haben, wird nur noch das effektive Motormoment übertragen. In diesem Bereich – der Kupplungsphase – wird auch das Leitrad auf seinem Freilauf gelöst und dreht leer mit. Allerdings kommt das Turbinenrad nie auf die gleiche Drehzahl wie das Pumpenrad. Geht auch gar nicht, denn dann würde die Ölströmung im Wandler unterbrochen werden und damit die Kraftübertragung. Zwei bis fünf Prozent Drehzahlunterschied lassen sich nicht vermeiden – der Wandlerschlupf. Er ist verantwortlich für den schlechten Ruf von Automatikfahrzeugen in Sachen Spritverbrauch. Weshalb sich die Entwickler beeilten, mit Einführung des elektronisch gesteuerten Automatikgetriebes auch die Wandlerüberbrückungs- Kupplung einzuführen. Diese Lamellenkupplung
befindet sich innerhalb des Wandlergehäuses an der Rückseite des Turbinenrades, verbindet dieses bei Bedarf mit dem Pumpenrad und sorgt so für starren Durchtrieb, wenn der Wandler nicht benötigt wird. Also immer, wenn das Fahrzeugnichtgeradeaus dem Stand beschleunigt oder die Automatik Gänge wechselt. Die Verbrauchsreduzierung beträgt so drei bis sechs Prozent. Was den Verzicht aufs Kupplungspedal reizvoll erscheinen lässt – vom Komfortgewinn ganz zu schweigen.

 

drehmomentwandler

 


Die Kupplung - der linke Fuß ist für sie zuständig – und bedient ein feines Stück Technik 
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Autos mit Verbrennungsmotor haben ein Problem: Ihr Triebwerk kann nicht aus dem Stand anlaufen wie eine Dampflok oder ein Elektromotor. Beim Anfahren läuft der Motor bereits, die Räder stehen aber still. Deshalb benötigt der Antrieb eine Nahtstelle – die Kupplung.
Sie sitzt zwischen Motor und Getriebe und wird in den meisten Fällen mit dem Fuß betätigt – mal ausgenommen automatisierte Schaltgetriebe wie im Smart. Verwirrend: Die am häufigsten verwendete und hier gezeigte Bauart heißt Einscheiben- Trockenkupplung. Dabei besteht sie eigentlich aus drei Scheiben: dem Schwungrad des Motors, der mit dem Getriebe verbundenen Mitnehmerscheibe (Kupplungsscheibe) und der Druckplatte.
Beim Tritt aufs Kupplungspedal wird die Kupplung ausgerückt, dabei passiert Folgendes: Die Pedalkraft wird entweder über einen Seilzug oder ein Hydrauliksystem auf das Ausrücklager übertragen. Das drückt auf die Membran oder Tellerfeder. Deren Zentrum wird nach innen gedrückt, wobei der Außenrand um den Kippring nach außen klappt. Folge: Die Anpresskraft der Druckplatte wird aufgehoben, Blattfedern sorgen für ihr vollständiges Abheben, die Mitnehmerscheibe ist gegenüber dem Motor nun frei beweglich. Jetzt kann im Getriebe der Gang eingelegt werden. Anschließend wird die Kupplung zum Anfahren eingerückt. Dabei liegt es im Fuß des Fahrers, wie hoch der Verschleiß für die Kupplungsbeläge ausfällt. Denn die miteinander verschraubten Teile Schwungrad und Kupplungsdeckel samt Druckplatte drehen sich mit Kurbelwellendrehzahl, die Mitnehmerscheibe aber steht. Beim Einrücken nimmt die Membranfeder wieder ihre alte Lage ein, die Druckplatte presst allmählich gegen die auf der Getriebewelle leicht verschiebbare Mitnehmerscheibe, drückt diese gegen das Schwungrad. Dabei wird sie mitgenommen, beginnt sich zu drehen – das Auto rollt an. Zu diesem Zeitpunkt sind die Beläge hoher Reibung ausgesetzt, erwärmen sich stark. Profis warten daher mit dem kräftigen Gasgeben, bis die Kupplung völlig eingerückt ist und der Fuß vom Pedal genommen werden kann. Auch in kritischen Situationen, etwa beim Anfahren am Berg mit Anhänger, sollte die Zeit des Kupplungsschleifens so kurz wie möglich bleiben. Denn das hält Erwärmung und Verschleiß im Rahmen. Problematisch bei der Trockenkupplung ist die unerwünschte Übertragung störender Motorvibrationen aufs Getriebe, die im Innenraum als Brummen oder Dröhnen hörbar werden. Deshalb ist die Mitnehmerscheibe ein recht elastisches Gebilde, bei dem die Beläge auf flexible Belagfedern genietet sind und so Schwingungen absorbieren sollen. Außerdem steckt zwischen Belägen und Nabe noch ein Torsions-Schwingungsdämpfer mit mehreren Federn, der Vibrationen beim Einkuppeln und Schläge beim plötzlichen Gasgeben oder -wegnehmen vom restlichen Antriebsstrang fernhält.
Ein ausgeklügeltes Stück Technik, so eine Kupplung. Und alles nur, weil Verbrennungsmotoren nicht aus dem Stand anlaufen können.

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Das Schaltgetriebe - Kleines Technikwunder: Eine Kiste voller Zahnräder sorgt für Kraftübertragung
Verbrennungsmotoren haben die Eigenschaft, nur in bestimmten Drehzahlbereichen ihre optimale Zugkraft und Leistung zu entfalten. Die von ihnen angetriebenen Autos sollen aber einerseits steile Berge überwinden, andererseits Autobahnetappen schnell bewältigen. Deshalb benötigen sie ein Getriebe. Es ermöglicht, die Untersetzungsverhältnisse zwischen Motor- und Räder-Drehzahlen in gewissen Abstufungen zu ändern.
Die meisten Schaltgetriebe arbeiten heute mit fünf Gängen. Der erste ist kurz untersetzt. Was bedeutet, dass das Fahrzeug trotz hoher Drehzahl nur geringe Geschwindigkeit erreicht. Gleichzeitig steht im ersten Gang aber die höchste Zugkraft an den Antriebsrädern zur Verfügung. Im fünften oder – sofern vorhanden – sechsten Gang ist es umgekehrt. Jetzt legt das Fahrzeug pro Kurbelwellenumdrehung eine rund fünfmal längere Strecke als im ersten zurück. Wer ein Fahrrad mit Gangschaltung hat, kennt das aus Erfahrung: Die Zugkraft nimmt im gleichen Verhältnis wie die Pedaldrehzahl ab. Irgendwann sind die Fahrwiderstände größer als die Zugkraft an den Antriebsrädern – das Tempo fällt rapide. Dann muss der Fahrer herunterschalten, den nächst kleineren Gang einlegen. Damit beginnt ein komplizierter Ablauf im Getriebe, schließlich müssen Drehzahlen angeglichen und Schaltmuffen bewegt werden. Denn beim Schalten werden nicht die Zahnräder im Getriebe hin und her geschoben, sondern die Schaltmuffen. Die Zahnräder – für jeden Gang ein Paar, plus eins für den Rückwärtsgang – sind dauernd miteinander im Eingriff. Aber erst die Muffen koppeln sie mit den Getriebewellen, sodass ein Kraftfluss vom Motor zu den Rädern möglich wird. Heikel ist der Vorgang des Herunterschaltens. Weil im kleineren Gang der Motor schneller dreht, deshalb auch die Kupplung und damit die Getriebeeingangswelle auf die höhere Drehzahl beschleunigt werden muss – andernfalls kommt der &dbquo;Gruß aus dem Getriebe”. In der Pionierzeit des Autos war dafür der Fahrer zuständig, er musste dosiert Zwischengas geben, um die Getriebeeingangswelle auf die zum geräuschlosen Schalten nötige Drehzahl zu bringen. Seit mehr als 50 Jahren erledigen das die Synchroneinrichtungen in den Schaltmuffen des Getriebes. Heute arbeiten die meisten mit Sperrsynchronisation: Der Gang kann erst eingelegt werden, wenn der Synchronisationsvorgang abgeschlossen ist. Schalten wird damit zum Kinderspiel. Doch noch besser ist, gar nicht schalten zu müssen – wie bei einer Automatik. Doch der hat das manuelle Schaltgetriebe den besseren Wirkungsgrad voraus: 99 Prozent. Nur ein Prozent der Motorleistung geht auf dem Weg durch die Zahnräder verloren.

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