Der Stoßdämpfer - In der Ruhe liegt die Kraft – auch beim Fahrwerk.
Eine präzise Radführung ist nur dann möglich, wenn sich die Räder ständig auf der Straße
befinden und nicht in derLuft. Eine Selbstverständlichkeit?
Keineswegs, denn das Rad eines Autos gleicht zumindest außenrum einem Fußball: Es ist aus
Gummi und mit Luft gefüllt. Was nichts anderes bedeutet, als dass es gern springt. Über
Brückenabsätze, Bahnübergänge, über alle Unebenheiten. Was für die Straßenlage schlecht ist, denn
ein Rad, das in der Luft ist, kann weder bremsen noch in der Kurve die Spur halten. Deshalb muss
ein Teil her, das den Reifen am Boden hält und die Schwingungen verringert. Bekannt ist dieses Teil
unter einem falschen Namen: Stoßdämpfer. Falsch ist die Bezeichnung, weil er keine Stöße, sondern
Schwingungen dämpft. Und zwar nicht nur die der Räder, sondern auch jene der Karosserie. Denn die
würde vom Getrampel der Räder sonst ebenfalls kräftig ins Schaukeln geraten. Der Stoßdämpfer ist
also Bindeglied zwischen Radaufhängungund Karosserie.
Heute kommen so gut wie ausschließlich ölhydraulische Dämpfer zum Einsatz. Darin gleitet ein
Kolben in einem Rohr, das mit einem dünnflüssigen Mineralöl gefüllt ist. Damit sich der
Kolben überhaupt bewegen kann, muss das Öl beim Zusammendrücken oder Auseinanderziehen
des Dämpfers durch Bohrungen oder Ventile fließen. Diese werden ganz genau eingestellt –
kalibriert –, damit die Dämpferkräfte an jeder Achse genau gleich sind. Andernfalls würde
das Fahrzeug zu torkeln beginnen.
Das Einrohr-Prinzip
Der bewegliche Trennkolben (6) drückt beim Einfahren der Kolbenstange (Druckstufe) das
Gaspolster (7) um das der Kolbenstange entsprechende Ölvolumen zusammen.
Die Dämpfung erfolgt in beiden Bewegungsrichtungen über das mehrstufige Kolbenventil. Beim
Ausfahren der Kolbenstange (Zugstufe) drückt das Stickstoffgas den Trennkolben zurück.
Die Dämpfung der Schwingung erfolgt in beiden Richtungen über das Kolbenventil (4).
Vorteile:
1. Exakte Dämpfung auch bei kleinsten hochfrequenten Achsbewegungen
2. Beliebige Einbaulage durch Trennung von Öl- und Gasraum
5. Geräuschoptimiert
6. Kein Verschäumen des Öls
7. Niedriges Gewicht
Das Zweirohr-Prinzip
Fährt die Kolbenstange ein (Druckstufe), strömt ein Teil des Öls aus dem unteren Arbeitsraum
durch das Kolbenventil (5) in den oberen Arbeitsraum. Das der eintauchenden Kolbenstange
entsprechende Ölvolumen wird dabei durch das Bodenventil (6) in den Ausgleichsraum verdrängt. Beim
Ausfahren der Kolbenstange (Zugstufe) übernimmt das Kolbenventil (5) die Dämpfung, während durch
das Bodenventil (6) das der ausfahrenden Kolbenstange entsprechende Ölvolumen zurückfließt.
Vorteile:
1. Variable Kennliniengestaltung durch mehrstufiges Kolben- und Bodenventil
3. Niedrige Reibung
4. Hoher Abrollkomfort
5. Kurze Baulängen möglich