12.04.2017 | Weiden in der Oberpfalz
Ratgeber

Was sollte man beim Kauf eines eBikes beachten?

Weiden in der Oberpfalz, 12. April 2017. Mühelos bergauf radeln und schnell vorwärtskommen – mit diesen Vorteilen hat das Elektrorad in den letzten Jahren viele Freunde gewonnen. In der Innenstadt ist es sogar dabei, dem Auto Konkurrenz zu machen. Wer sich ein Fahrrad mit Elektromotor zulegen möchte, sollte im Vorfeld überlegen: Geht es nur um den täglichen Weg ins Büro oder auch um sportliche Bergtouren? A.T.U-eBike-Experte Stephan Schaffer erklärt die Vorund Nachteile der verschiedenen Rad- und Antriebstypen und zeigt auf, was es sonst beim Kauf zu beachten gibt.

Der Hype hält an: Rund 2,5 Millionen Elektroräder sind bereits auf Deutschlands Straßen unterwegs – Tendenz steigend. Ob City-, Trekking-, Rennrad oder Mountainbike – fast jedes Modell ist heute auch mit Elektromotor erhältlich. Meist handelt es sich um sogenannte Pedelecs, die den Fahrer beim Treten in die Pedale elektronisch unterstützen – jedoch maximal mit 250 Watt und nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Daher dürfen diese Räder anders als S-Pedelecs oder echte eBikes auch ohne Führerschein, Versicherung und Kennzeichen gefahren werden.

„Als Herzstücke eines jeden Elektrorades sind Motor und Akku maßgeblich mitverantwortlich für dessen Funktionalität und Reichweite. Hier sollte der Käufer keine Kompromisse eingehen und auf namhafte Qualitätsprodukte achten“, betont Stephan Schaffer, der in der Technik-Abteilung von A.T.U für eBikes zuständig ist.

Front-, Mittel- oder Heckmotor?
Preiswertester Antrieb ist der Radnabenmotor, der sich übrigens auch hervorragend mit allen Arten von Gangschaltungen sowie mit einer Rücktrittbremse verträgt. Für Radler, die lange Touren mit Steigungen fahren, empfehlen die Experten jedoch meist den Mittelmotor.

Durch den zentralen Montageort des Mittelmotors hat man einen optimalen Schwerpunkt. Er sorgt für ein ausgesprochen angenehmes und sicheres Fahrgefühl – fast wie bei einem herkömmlichen Rad, gilt als wenig störanfällig und ist zudem sparsam im Stromverbrauch. An Steigungen zeigt der Mittelmotor sein starkes Drehmoment.

Leistungsstark und alltagstauglich: Der Akku

Wer gerne auf große Tour geht, sollte Wert auf eine leistungsstarken Akku mit hoher Wattstundenangabe sowie auf ein leichtes und handliches Ladegerät legen. Ideal sind Akkus, die sich mit einem einzigen Handgriff am Fahrradrahmen befestigen und per Schloss verriegeln lassen. Das Laden sollte sowohl am Rad als auch außerhalb möglich sein. Falls die Batterie hinten auf dem Gepäckträger sitzt, empfiehlt es sich, vor dem Kauf zu prüfen, ob es eventuell Schwierigkeiten mit dem Kindersitz oder der Satteltasche geben könnte. Sinnvoll ist auch eine Akku-Garantie mit mindestens zwei Jahren Laufzeit.

Gute Bremsen sind ein Muss!

„Aufgrund des erhöhten Gewichts und der schnellen Geschwindigkeit stellt ein Elektrorad höchste Anforderungen an die Bremsen“, erklärt Schaffer. „Daher ist man gut beraten, wenn man mit hydraulischen Scheiben- oder Felgenbremsen unterwegs ist.“ Laut ÖkoTest überzeugen diese Bremssysteme nicht nur auf trockener, sondern insbesondere auch auf nasser Fahrbahn.

Der Dynamo hat ausgedient
Der Akku liefert ausreichend Energie für die Beleuchtung eines Elektrorads, selbst wenn der Motor wegen Unterspannung abgeschaltet hat. Auf einen herkömmlichen Dynamo können E-Bike-Fahrer daher getrost verzichten – ebenso wie auf klassische Glühbirnen: Moderne LED-Lampen punkten mit mehr Leuchtkraft, Langlebigkeit und Energieeffizienz.

Unverzichtbar: Die Probefahrt

Ob das ausgewählte Pedelec tatsächlich zum künftigen Besitzer passt, sieht man nur bei einer Probefahrt. Kann der Fahrer mühelos auf- und absteigen? Sitzt er bequem und vor allem sicher im Sattel? Bei einer Probefahrt zeigt sich auch, ob Lenker und Bremsgriffe optimal eingestellt sind. Besonderes Augenmerk gilt dem Faktor Sicherheit: Bleibt das Rad bei höheren Geschwindigkeiten stabil oder fängt der Lenker an zu flattern? Wichtig ist auch, wie sich das Pedelec in den Kurven und beim Bremsen verhält.

Bei der Auswahl des Händlers sollte der Käufer darauf achten, ob eine Probefahrt möglich ist und ob das Rad vormontiert und ergonomisch korrekt eingestellt übergeben wird. Entscheidend ist zudem, dass neben einer guten Beratung auch regelmäßige Inspektionen, ein fachgerechter Reparaturservice sowie alle notwendigen Ersatzteile angeboten werden.

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